Novellierte Gewerbeabfallverordnung 2017 — Alles Wichtige auf einen Blick


Von Gary Lewis, 10.12.2019

Die novellierte Gewerbeabfallverordnung (GewAbfV) ist bereits seit dem 1. August 2017 in Kraft. Damit kommen auf Abfallerzeuger und -besitzer sowie auf Betreiber von Vorbehandlungs- und Aufbereitungsanlagen neue Anforderungen zu.

Nachstehend haben wir die wichtigsten Neuerungen der Gewerbeabfallverordnung für Sie zusammengefasst. Weitere Informationen sowie praktische Tipps zur Umsetzung erhalten Sie auch in unserem kostenlosen E-Book.

Ziel der neuen Gewerbeabfallverordnung

Ziel der novellierten Verordnung ist es, den Anteil „stofflich verwerteter Abfälle“ zu erhöhen, den Anteil der verbrannten Materialien also zu reduzieren. Durch die strengere Trennung von Gewerbeabfällen wird versucht, das Recycling zu fördern, was sich positiv auf Umwelt- und Klimaschutz auswirkt.

Neuerungen der Gewerbeabfallverordnung

Die wichtigsten Neuerungen für deutsche Unternehmen als große Abfallerzeuger sind die folgenden Bereiche:

1. Erweiterung der Abfallfraktionen

Eine wichtige Änderung der neuen Gewerbeabfallverordnung ist die Erweiterung der Abfallfraktionen.

Bei den gewerblichen Siedlungsabfällen gelten nun auch Holz und Textilien als zu trennende Abfallarten. Auch bei den Bau- und Abbruchabfällen sind neue Abfallfraktionen hinzugekommen.

Nachstehend finden Sie eine Übersicht der Abfallfraktionen für gewerbliche Siedlungsabfälle sowie Bau- und Abbruchabfälle, die ab dem 1. August 2017 als eigene Abfallfraktionen zählen.

Gewerbliche Siedlungsabfälle:

  1. Papier / Pappe / Karton
  2. Kunststoff
  3. Metall
  4. Bioabfall
  5. Holz
  6. Textilien

Bau- und Abbruchabfälle:

  1. Glas
  2. Kunststoff
  3. Metalle und Legierungen
  4. Holz
  5. Dämmmaterial
  6. Bitumengemische
  7. Baustoffe auf Gipsbasis
  8. Beton
  9. Ziegel
  10. Fliesen und Keramik

2. Einführung der Getrenntsammlungspflicht

Eine weitere wesentliche Neuerung ist die Einführung der Getrenntsammlungspflicht. Bisher wurden Abfälle im gewerblichen Bereich häufig gemischt erfasst. Die neue Gewerbeabfallverordnung schreibt die Getrenntsammlung bei der Entstehung vor und lässt damit eine gemischte Erfassung nur in bestimmten Ausnahmefällen zu. Damit müssen die Abfälle bereits an der Anfallstelle sortiert und getrennt aufbewahrt werden.

3. Dokumentationspflicht für Abfallerzeuger

Die für viele Unternehmen als große Abfallerzeuger wichtigste Neuerung ist die Dokumentationspflicht. Demnach sind die Abfallerzeuger nun verpflichtet, die gesamte Entsorgungssituation im Unternehmen vollständig und lückenlos zu dokumentieren.

Die Dokumentation ist der zuständigen Behörde auf Verlangen vorzulegen. Bei gewerblichen Siedlungsabfällen besteht zudem die Pflicht zur elektronischen Übermittlung der Dokumentation.

Neben der Dokumentation der Getrenntsammlung von Abfällen muss nun auch die fachgerechte Entsorgung sowie jegliche Abweichung von den neuen Pflichten vollständig dokumentiert und durch Nachweise wie Fotos, Lagepläne und Belege bewiesen werden.

Geldstrafen bei Verstößen

Verstoßen Unternehmen gegen einen oder mehrere Bestandteile der neuen Gewerbeabfallverordnung stellt dies eine Ordnungswidrigkeit dar. Dafür droht ihnen ein Bußgeld von bis zu €100.000. Teilverstöße, wie z.B. gegen die Dokumentationspflicht, werden mit einem Bußgeld von bis zu €10.000 geahndet.

Gehen Sie daher lieber kein Risiko ein: Lesen Sie in unserem kostenlosen E-Book zur Gewerbeabfallverordnung alle Einzelheiten über die Neuerungen der Verordnung.


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