Die 6 wichtigsten Aufgaben eines Abfallbeauftragten


Von Gary Lewis, 18.08.2019

Die 6 wichtigsten Aufgaben eines Abfallbeauftragten

Der Abfallbeauftragte nimmt im Unternehmen eine wichtige Rolle ein, die durch die neue Gewerbeabfallverordnung wesentlich erweitert wurde. Er berät sowohl Mitarbeitende als auch Vorgesetzte bei den Themen Abfallvermeidung und Abfallbewirtschaftung. Welches Unternehmen einen Abfallbeauftragten, auch Betriebsbeauftragten für Abfall genannt, bestellen muss, wird durch das Kreislaufwirtschaftsgesetz (KrWG) geregelt. Die Aufgaben eines Abfallbeauftragten beziehen sich auf das gesamte Abfallmanagement im Unternehmen. Wir haben für Sie nachstehend die 6 wichtigsten Aufgaben eines Abfallbeauftragten sowie nützliche Tipps aus der Praxis zusammengetragen.

1. Überwachung des Abfallmanagements

Die Beaufsichtigung eines gesetzeskonformen Abfallmanagements im Unternehmen gehört zu den Hauptaufgaben eines Abfallbeauftragten. Dieser ist dafür verantwortlich, den gesamten Weg der Abfälle zu überwachen: von der Entstehung oder Anlieferung des Abfalls bis zu seiner Verwertung oder Beseitigung. In diesem Zuge kann der Betriebsbeauftragte für Abfall die Bereitstellung der notwendigen Container, die richtige Abfalltrennung sowie die Abholung und das Recycling der Abfälle überwachen. Um diese umfangreiche Aufgabe richtig umzusetzen und das Abfallmanagement im Unternehmen kontinuierlich zu optimieren, ist es wichtig, Verantwortung zu übernehmen und vorausschauend zu arbeiten. Neue Verbesserungsmöglichkeiten im Umgang mit Abfällen sollten vom Abfallbeauftragten erkannt und im Unternehmen implementiert werden.

2. Einhaltung der Gesetze und Verordnungen sicherstellen

Abfall wird durch die Bundesregierung streng kontrolliert und reguliert. Zum einen, weil unsachgemäßer Umgang mit Abfall fatale Auswirkungen auf Umwelt und Menschen hat, zum anderen, weil die Bundesregierung die Recyclingquote verbessern möchte. Aufgabe des Abfallbeauftragten ist es, Sorge zu tragen, dass im Unternehmen alle gesetzlichen Vorschriften erfüllt werden.

Darunter fallen neben dem Kreislaufwirtschaftsgesetz (KrWG) auch weitere Verordnungen und Gesetze zum Thema Abfall, wie z.B. die Gewerbeabfallverordnung (GewAbfV) und das Verpackungsgesetz. Aufgabe des Abfallbeauftragten ist es hier, die Einhaltung dieser Rechtsverordnungen sicherzustellen. Das gilt für jedes Unternehmen, in dem Abfälle anfallen. Bei der Gewerbeabfallverordnung muss der Abfallbeauftragte zum Beispiel die Getrenntsammlung der Abfälle sicherstellen. Im Rahmen solcher Gesetze muss der Abfallbeauftragte auch alle Betriebsstätten des Unternehmens sowie die dort bewirtschafteten Abfälle regelmäßig kontrollieren. Stellt er hierbei Mängel fest, muss er diese festhalten und den Verantwortlichen mitteilen. Dazu gehören auch Vorschläge für die Beseitigung solcher Mängel.

3. Mitarbeitende schulen

Der Erfolg des betrieblichen Abfallmanagements ist auch maßgeblich abhängig von den Kenntnissen der Mitarbeitenden zum Thema Abfälle und Wertstoffe. Darüber hinaus liegt es beim Abfallbeauftragten, die Mitarbeitenden über Beeinträchtigungen aufzuklären, die von den Abfällen des Unternehmens und/oder dessen abfallwirtschaftlicher Tätigkeiten ausgehen können und damit sowohl Umwelt als auch Menschen schädigen könnten. Über Möglichkeiten und konkrete Maßnahmen, wie solche Beeinträchtigungen verhindert werden könnten, muss der Betriebsbeauftragte für Abfall ebenfalls aufklären.

4. Weiterentwicklung des betrieblichen Abfallmanagements

Kontinuierlich werden neue Verfahren und Technologien entwickelt und eingesetzt, sowohl in der Produktion als auch in der Abfallwirtschaft. Um die Recyclingquote im Unternehmen damit stetig zu verbessern, sollte der Betriebsbeauftragte für Abfall daher fortlaufend nach umweltfreundlichen und vor allem abfallarmen Verfahren suchen. Hierzu zählt auch, das Entstehen von Abfällen im Betrieb zu reduzieren, indem z.B. der sparsame Umgang mit Ressourcen gefördert wird. Aber auch Verfahren für die Verwertung und Beseitigung der betrieblichen Abfälle und ihre Weiterentwicklungen muss der Abfallbeauftragte anstoßen. Gleiches gilt für Verfahren zur Wiederverwendung, Verwertung oder der umweltverträglichen Beseitigung der Abfälle. Zu den Aufgaben des Abfallbeauftragten zählt auch, bei solchen Weiterentwicklungen aktiv mitzuwirken. Hier muss der Betriebsbeauftragte für Abfall besonderes Augenmerk darauf legen, den Gesichtspunkt der Abfallbewirtschaftung einzubringen.

5. Mitwirkung bei Optimierungen

Insbesondere bei betrieblichen Anlagen, in denen Abfälle anfallen bzw. verwertet oder auch beseitigt werden, sollte der Abfallbeauftragte kontinuierlich nach Verbesserungen der Prozesse Ausschau halten. Bei konkreten Optimierungsmaßnahmen sollte er maßgeblich mitwirken, denn in solchen Fällen profitiert das Unternehmen stark von der Expertise des Betriebsbeauftragten für Abfall.

6. Berichterstattung

Sowohl in der Abfallwirtschaft als auch im Unternehmen ist das Thema Abfall stark reguliert. Zudem entwickeln sich Technologien und Verfahren stetig weiter und bieten damit kontinuierlich Möglichkeiten für Optimierungen entlang der sich aktualisierenden Gesetze und Verordnungen.

Das Kreislaufwirtschaftsgesetz (KrWG) schreibt vor, dass ein Abfallbeauftragter der Geschäftsführung einen jährlichen Bericht über die Entsorgungssituation im Unternehmen sowie über getroffene und auch beabsichtigte Maßnahmen aus den Punkten 1 bis 5 vorlegen muss. Dieses Dokument sollte folgende Punkte umfassen:

  • Darstellung aller umgesetzten und geplanten Maßnahmen zum Thema Abfall und Wertstoffe
  • Übersicht bzw. Statistik der angefallenen Abfallarten und -mengen (Abfallbilanz)
  • Übersicht der genutzten Entsorgungswege
  • Übersicht über Abfallkosten sowie Erlöse durch bspw. den Verkauf von Wertstoffen

Wussten Sie schon?

Belege wie Liefer- und Wiegescheine, Rechnungen und Nachweise über Abfallmengen sollten am besten in einem zentralen System aufbewahrt und ständig aktualisiert werden. Eine tabellarische Übersicht mit den wichtigsten Kennziffern hilft zusätzlich, Probleme zu erkennen, bevor diese entstehen und sowohl Zeit als auch Kosten verursachen können.

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